Rede von Martin Luther King am 11.Dezember 1964 in Oslo
„Wenn wir voraussetzen, daß das Leben lebenswert ist und daß der Mensch ein Recht hat,
am Leben zu bleiben, müssen wir eine Alternative zum Krieg finden.
In einer Zeit, da Flugkörper durch den Weltraum rasen und ferngelenkte ballistische
Raketen ihre Todesbahnen durch die Stratosphäre ziehen, kann keine Nation auf
den Sieg in einem Kriege rechnen.
Ein sogenannter begrenzter Krieg wird wenig mehr als ein unseliges Erbe menschlichen
Leidens, politischer Unruhe und geistiger Ernüchterung hinterlassen.
Ein Weltkrieg – Gott möge ihn verhüten! – wird nur schwelende Asche zurücklassen
als stumme Zeugen eines Menschengeschlechts, dessen Torheit am Ende unerbittlich
zum Tode führte.
Wenn also der moderne Mensch weiterhin, ohne zu zaudern,
mit dem Gedanken eines Krieges spielt, wird er seine irdische Heimat
in ein Inferno verwandeln, wie es sich selbst Dante nicht vorstellen konnte.“
Aus der Rede von Martin Luther King bei der Entgegennahme des
Friedensnobelpreises am 11. Dezember 1964 in Oslo
